Eine Reise in die tiefsten Erdschichten – Woher kommt demnächst unsere Fernwärme?
Samstag, 26. September von 10 bis 14 Uhr
Der Tag der offenen Tür bei den Stadtwerken Neustrelitz am Samstag (26. September) ist auch gleichzeitig mit einer Reise in die Zukunft verbunden. Am Landeszentrum für erneuerbare Energien werden die Pläne für die Suche nach Thermalwasser (Erdwärme/Sole) anschaulich vorgestellt. Die Stadtwerke Neustrelitz wollen in Zukunft Erdwärme als eine regional verfügbarer Energie-Quelle für die Fernwärmeversorgung der Stadt nutzen.
Den Transformationsplan hat das kommunale Unternehmen bereits im November 2024 vorgestellt (wir berichteten). Nun sind die Stadtwerke einen Schritt weiter: „Das Bergamt Stralsund hat der Stadtwerke Neustrelitz GmbH die bergrechtliche Erlaubnis zur Aufsuchung von Erdwärme (Geothermie) im Feld „Strelitz“ erteilt“, informiert Geschäftsführer Frank Schmetzke. „Der entsprechende Bescheid wurde nach intensiver Prüfung und der Beteiligung zahlreicher öffentlicher Stellen sowie Träger öffentlicher Belange rechtskräftig erlassen.“
Die Aufsuchungserlaubnis umfasst ein großflächiges Areal mit einer Gesamtfläche von mehr als 38 Quadratkilometern (unter Ausschluss bestehender Drittrechte) und erstreckt sich über das gesamte Stadtgebiet von Neustrelitz. Die Stadtwerke werden sich auf das Gebiet neben dem Biomasseheizkraftwerk konzentrieren. Die Genehmigung ist zunächst befristet bis zum 31. Dezember 2028. Darüber informiert die Geothermie Neubrandenburg GmbH (GTN) mit der die Stadtwerke Neustrelitz gemeinsam das Vorhaben umsetzen.
Hintergrund:
Das Aufsuchungsrecht für Geothermie regelt in Deutschland, wer in einem bestimmten Gebiet nach Erdwärme suchen und diese erforschen darf. Rechtliche Grundlage hierfür ist das Bundesberggesetz (BBergG), da Erdwärme (ab einer Tiefe von 400 Metern) juristisch als bergfreier Bodenschatz eingestuft ist – sie gehört also nicht dem Grundstückseigentümer, sondern dem Staat, der die Rechte exklusiv vergibt. Konkrete technische Maßnahmen auf der Erdoberfläche oder spätere Tiefbohrungen sind mit diesem ersten Schritt noch nicht gestattet. Für jede spätere physische Maßnahme vor Ort müssen separate Sonderbetriebspläne aufgestellt, behördlich geprüft und genehmigt werden.
Die Stadtwerke Neustrelitz feiern in diesem Jahr ihr 35-jähriges Bestehen. Am Technikum in der Wilhelm-Stolte-Straße wird am Samstag zu einem bunten Familienfest mit Seifenblasen, Hüpfburg, Tiergarten und Stadtwerke-Glücksrad eingeladen. Nicht nur für den Nachwuchs gibt es allerhand zu erleben. Ladeinfrastruktur und Technik werden auf dem Hof der Stadtwerke gezeigt.
Mit einem Bus-Shuttle geht es an diesem Tag vom Technikum in der Wilhelm-Stolte-Straße direkt zum Landeszentrum für erneuerbare Energien (Leea). Geothermie in Neustrelitz wird vor Ort und direkt von Experten für jedes Alter vermittelt. Wie heiß ist es in tiefen Erdschichten und reicht es, um Neustrelitzer Stuben mit Fernwärme zu versorgen? Wie soll es gelingen, aus der Tiefe die Wärmeversorgung einer Stadt zu sichern? Diese und weitere Fragen beantworten die Experten der Geothermie Neubrandenburg GmbH (GTN) anschaulich für Jung und Alt. Da heißt es „Knete und erkunde den Planeten Erde“, „Heißes Meerwasser unter unseren Füßen“ oder auch „Tiefbohren und (Mini)Saurier“.


