Neustrelitz plant mit Windkraft in regionale Wasserstoffproduktion einzusteigen

Neustrelitz ist Vorreiter im Bereich der erneuerbaren Energien. Nun planen die Stadtwerke gemeinsam mit der Stadt bereits bestehende erneuerbare Energieanlagen im Projekt „Grünes Gewerbegebiet Neustrelitz“ zu erweitern.

Dabei sind neben Photovoltaikanlagen zwei leistungsstarke Windenergieanlagen (mit jeweils 3,5 bis 5 MW Leistung) geplant. Gleichzeitig soll mit der Speicherung des dadurch erzeugten erneuerbaren, elektrischen Stroms der Einstieg in eine regionale Wasserstoffproduktion unterstützt werden.

Der Standort der künftigen Windenergieanlagen dürfte dabei eine Besonderheit darstellen. Stadt und Stadtwerke haben sich für ein Gebiet über der ehemaligen Eisenbahnlinie Neustrelitz – Feldberg im Stadtforst von Neustrelitz entschieden. Der Transport sämtlicher für den Bau benötigter Materialien würde demnach über Schienen erfolgen. Neu ist auch die Form der Speicherung des erneuerbaren, elektrischen Stroms. Das soll mit einer sogenannten Power-to-X-Anlage (PtX) geschehen. In dieser Anlage wird elektrischer Strom in Wasserstoff umgewandelt und bei Bedarf kann dieser auch wieder rückverstromt werden. Im jüngsten Ausschuss für Stadtentwicklung und Bau der Stadtvertretung Neustrelitz wurde das Vorhaben vorgestellt. Bevor es zur Umsetzung kommen kann, müssen die Stadtvertreter dafür den Weg ebnen, in dem sie einem sogenannten Zielabweichungsverfahren zustimmen.

„Mit der Errichtung der geplanten Windenergieanlagen und der Wasserstoffproduktion würde Neustrelitz das Ziel einer 100-prozentigen regionalen Versorgung durch erneuerbare Energien erreicht haben“, betonen die beiden Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Schmetzke und Vincent Kokert. Derzeit wird die Stadt zu 70 Prozent durch erneuerbare Energien versorgt.


Die Stadt Neustrelitz beteiligt sich an der 2017 vom Land ins Leben gerufenen Initiative „Grüne Gewerbegebiete“. Für das Projekt wurde das Areal am Biomasseheizkraftwerk und am Leea (Landeszentrum für erneuerbare Energien) am östlichen Stadtrand direkt an der B 96 ausgewählt. Im Projekt „Grünes Gewerbegebiet Neustrelitz“ ist geplant, die bestehenden erneuerbaren Energieanlagen, die den Strom aus Biomasse und Sonne produzieren, mit neuen erneuerbaren Energieanlagen zu kombinieren.

Mit weiteren Photovoltaik- (vorrangig Dachanlagen auf den Gewerbeanlagen) und Windkraftanlagen kann im Projektgebiet das gesamte Spektrum im Bereich der erneuerbaren Energien von Biomasse, über Photovoltaik bis hin zu Wind abdeckt und dargestellt werden.

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