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Stadtwerke sind auch weiterhin auf ökologischem Erfolgskurs Drucken E-Mail
Montag, 10. November 2008 um 11:19 Uhr

Kurierverlag Oktober 2008

Neustrelitz (IE). Es gibt sie noch, die Erfolgsgeschichten in Mecklenburg- Strelitz. Solche, die den Menschen in der Region Mut machen und zeigen, dass sich Unternehmergeist und Engagement bezahlt machen.

Mit dem Bau des Biomasse-Heizkraftwerks haben die Neustrelitzer Stadtwerke ihre eigene Erfolgsgeschichte geschrieben. Denn in diesem Werk wird das Vorhaben, Wärme und Strom unter ökologischen Gesichtspunkten zu produzieren, wirklich umgesetzt. Rund 70 Prozent der Kreisstadt-Bevölkerung wird bereits mit umweltfreundlicher Wärme und grünem Strom aus der Steckdose versorgt. In der Anlage werden Hackschnitzel aus unbehandeltem Holz verbrannt. Verwertet wird hierfür vorrangig Waldrestholz, welches bei der Durchforstung einheimischer Wälder anfällt. Hinzu kommen Baum- und Strauchschnitt sowie Hackschnitzel, die von mehr als 20 Zulieferern aus Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg stammen. Die Feuerungstechnik der Anlage ist so angelegt, dass ein Vortrocknen des Holzes nicht mehr nötig ist. Zirka 85.000 Tonnen Hackschnitzel werden jährlich zur Strom- und Wärmeproduktion benötigt, das sind zehn bis 15 Lkw-Ladungen am Tag. "Der Bau des Biomasse-Heizkraftwerkes am Standort Neustrelitz und der Einsatz erneuerbarer Energien bedeutet für uns Unabhängigkeit vom Weltmarkt", betont Frank Schmetzke, Geschäftsführer der Stadtwerke Neustrelitz. "Dadurch können wir eine hohe Versorgungssicherheit sowie eine überschaubare Preiskontinuität garantieren."

Seit 2006 wird im Biomasse-Heizkraftwerk nicht nur umweltfreundlich Strom und Wärme erzeugt – auch der CO2-Ausstoß konnte seit der Inbetriebnahme des Heizkraftwerkes deutlich verringert werden, um 14.500 Tonnen pro Jahr. Darauf ist Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Schmetzke besonders stolz. In Neustrelitz werde Umweltschutz nicht nur diskutiert, sondern auch betrieben. "Die Besonderheit bei der Strom- und Wärmeversorgung durch uns ist, dass wir konsequent auf erneuerbare Energien setzen", erläutert der Geschäftsführer. Allein dadurch unterscheide sich das Unternehmen von anderen Energieversorgern. Doch das ist dem engagierten Unternehmens-Chef lange nicht genug. Auf dem Gelände der Anlage entsteht das Landesinformations- und Demonstrationszentrum für erneuerbare Energien. Dort will man anschaulich und erlebbar Informationen zu regenerativen Ressourcen vermitteln, "Energie zum Anfassen" sozusagen, sowie ein Energienetzwerk für das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern aufbauen. Versorgt wird das neue Zentrum dann übrigens mit Abwärme aus dem Biomasse-Heizkraftwerk, die bislang aufgrund ihrer geringen Temperatur nicht für das Fernwärmenetz genutzt werden konnte.

Ein weiterer Schritt in Richtung Energiestrukturwandel ist die Kooperation der Neustrelitzer Stadtwerke mit dem Erzeugergroßmarkt Thüringen-Sachsen- Spreewald eG. In unmittelbarer Nähe zum Heizkraftwerk wird ein Gewächshaus errichtet, welches seine Wärme direkt aus der nebenliegenden Anlage bezieht. Ausschlaggebend für den Standortzuschlag für die Erzeugergenossenschaft war die Strom- und Wärme-Erzeugung durch regenerative Energieträger. Sechs Hektar wird diese neue Gärtnerei umfassen, allein dort werden rund 30 neue Arbeitsplätze geschaffen. Und während in der Wirtschaft zunehmend Arbeitsplätze abgebaut werden, ist sich Frank Schmetzke sicher, auch weiterhin seine 106 Mitarbeiter beschäftigen zu können. "Perspektivisch besteht sogar die Chance, weitere Arbeitsplätze zu schaffen", sagt Schmetzke.

Den Gedanken, sich für die Umwelt einzusetzen, gab es übrigens schon viel früher. Seit 2002 betreiben die Neustrelitzer Stadtwerke eine Erdgas-Tankstelle, die sich steigender Beliebtheit erfreut. "Gerade dort verzeichnen wir stetig steigende Umsatzzahlen", verrät Frank Schmetzke. "Viele Leute suchen Alternativen zu Diesel und Benzin und lassen ihr Fahrzeug auf Erdgasantrieb umrüsten. Dafür haben wir in Neustrelitz die Weichen gestellt." Immerhin ist der CO2-Ausstoß um ein Drittel niedriger als bei Dieselfahrzeugen.

Für die Zukunft haben sich der Stadtwerke-Geschäftsführer und seine ambitionierten Mitarbeiter noch einiges vorgenommen. Viele neue umweltfreundliche Projekte stehen in den Startlöchern. Bei den Neustrelitzer Stadtwerken ist man sich sicher – Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit passen gut zusammen.

 

 

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