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Biogasanlage Rechlin - Tag der offenen Tür am 24.04.2009 Drucken E-Mail

Tag der offenen Tür in der Biogasanlage Rechlin

Beispiel gebendes Projekt soll CO2-Ausstoss reduzieren

Rechlin (AK/B. Wüstemann.)
    Eine interkommunale Zusammenarbeit zwischen den Stadtwerken Neustrelitz und der Gemeinde Rechlin erlebte am vergangenen Freitag einen besonderen Höhepunkt mit einem „Tag der offenen Tür“. Gemeint ist die neue Biogasanlage Rechlin, die zwar bereits am 16. Dezember 2008 ihr erstes Gas lieferte, aber deren offizielle Eröffnungsfeier erst bei „guten Wetter“ erfolgen sollte. Das haben die Veranstalter dann wirklich gut getroffen, denn es herrschte nicht nur am Himmel „eitel Sonnenschein“.

Mehr als hundert Besucher waren gekommen, darunter sowohl „Aktive“ als auch Bürger aus Rechlin und Umgebung. Zudem reisten im Bus auch Gäste aus Neustrelitz sowie Schüler der Grundschule „Daniel Sanders“ aus Alt Strelitz an, die ein Programm einstudiert hatten.
„Mit dieser Biogasanlage sind die Stadtwerke Neustrelitz jetzt auch außerhalb ihrer Stadtgrenzen tätig“, freute sich Stadtwerke-Chef Frank Schmetzke. Die Stadtwerke Neustrelitz sind bestens aufgestellt, wenn es um erneuerbare Energien geht. Man sieht in der Liberalisierung des Energiemarktes Chancen, die Wertschöpfung in der eigenen Region vorzunehmen und nicht den großen Stromkonzernen zu überlassen.
„Wir haben bereits 2006 den Beschluss zur Errichtung einer Biogasanlage gefasst, sind dann regelrecht von der Preiswelle überrollt worden“, berichtet Rechlins Bürgermeister Wolf-Dieter Ringguth. Das habe letztlich dazu geführt, dass die Eigenmittel für den Bau nicht mehr ausgereicht hätten. Man habe sich nach einem starken Partner umgeschaut und sei bei den Neustrelitzer Stadtwerken fündig geworden. „Wir sind jetzt unabhängig von den „Großen“, bedienen die regionale Wirtschaftskreisläufe und können unseren Mietern konstante Heizkosten bieten“, macht Ringguth weiter deutlich. Als weiteren, nicht unerheblichen Pluspunkt bezeichnete der Bürgermeister und Landtagsabgeordnete die Reduzierung des CO2-Ausstoßes um 490 Tonnen pro Jahr.
Auch Landrätin Bettina Paetsch war voll des Lobes über die neue Anlage und bezeichnete das Projekt als Beispiel gebend für die Region und darüber hinaus. Zur Veranstaltung waren zudem Stadtvertreter aus Neustrelitz als auch Gemeindevertreter aus Rechlin sowie Vertreter des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege erschienen. Letztere hatten mit der Baustelle deshalb zu tun, weil bei den Erdarbeiten ein bronzezeitliches Grab mit dem „Müritz-Ötzi“ entdeckt wurde (AK berichtete). Der soll nach dem Willen von Schmetzke als „historischer Fundus“ auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Schließlich haben die Sicherung, Bergung und Untersuchung des Fundes rund 130 000 Euro gekostet.
Zum Abschluss des offiziellen Teils pflanzten die Partner noch eine Linde auf dem Gelände der Biogasanlage. Anschließend gab es Führungen, Musik vom Feuerwehr-Musikzug Mirow sowie einen leckeren Imbiss für die Gäste des „Tag der offenen Tür“.

Anzeigenkurier 29.04.2009


HALLO NACHBAR

Tag der offenen Tür

Biogasanlage – erstes Gemeinschaftsprojekt zwischen Rechlin und Neustrelitz

Rechlin (gk). Mit dem Tag der offenen Tür am vergangenen Freitag wurde die Biogasanlage einem breiten Publikum präsentiert. Dieses ehrgeizige Projekt ist sowohl den Rechliner Gemeindemitgliedern als auch den Stadtvertretern aus Neustrelitz zu verdanken. Die Neustrelitzer Stadtwerke verlassen damit erstmalig ihr Netzgebiet.

Das Hauptanliegen dieser neuen Biogasanlage ist vor allen, eine kostengünstige Energieversorgung zu bieten. „Für die Stadtwerke Neustrelitz ist die Inbetriebnahme ein historisches Datum“, so Frank Schmetzke, Geschäftsführer der Neustrelitzer Stadtwerke. „Wir waren auf der Suche nach entsprechenden Projekten. Aber die Rechliner hatten bereits erste Beschlüsse gefasst. Die Gemeinde wollte einen dauerhaften Partner aus der Region“, führte er weiter aus. Bürgermeister Wolf-Dieter Ringguth gab einen kurzen Rückblick über dieses Projekt, das sich manchmal problematisch zeigte. Anfang 2006 lagen erste Planungen und Ideen auf dem Tisch. „Wir waren mutig und wollten durchstarten“, so Ringguth. Die Gemeinde wollte es alleine schaffen. Doch die ersten Ausschreibungsergebnisse waren durch hohe Stahlpreise gekennzeichnet, die zweiten brachten noch höhere Ergebnisse. „Wir haben nächtelang gesessen und gerechnet und sind dabei bis an die Grenzen der Belastung für die Gemeinde gegangen“, erinnert sich Rechlins Bürgermeister. So suchten sie strategische Partner, um die Biogasanlage errichten zu können.   Das Ziel, langfristig Betriebskosten für Wohnungen zu senken, nahm Gestalt an. Im gleichen Atemzug galt es auch, die Landwirte einzubeziehen. Während der Bauphase kam es aus einem besonderen Grund zu einer Bauverzögerung. Der Müritz-Ötzi aus der Bronzezeit wurde gefunden und das Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege schaltete sich ein. Diese Kosten beliefen sich auf 130.000 Euro, die nicht eingeplant waren. Weitere Funde kamen ans Tageslicht. Sie wurden gesammelt und werden aufbewahrt. Die Neustrelitzer Stadtwerke brachten 2,39 Millionen Euro auf. Auch der Eigenanteil der Rechliner Gemeinde ist nicht unerheblich. Bei strahlendem Wetter zeigten an diesem Tage alle mit Stolz die neue Biogasanlage. Pro Jahr werden hier hier 8.000 Tonnen Mais aus der Region benötigt. Mit Blick auf die Umwelt kommt es zu einer Einsparung von 490 Tonnen Kohlendioxid. Eingespeist werden 4,2 Millionen kW Strom und 2,2 Millionen kW Wärme. Zwischen Rechlin und Neustrelitz haben administrative Grenzen keine Bedeutung mehr. Seit dem 16. Dezember 2008 wird Energie produziert. Alle waren sich einig, dass Sonnenscheinwetter viel besser zur großen Präsentation der neuen Biogasanlage passt. Damit hatten die Akteure recht. „Dieses Projekt ist beispielgebend und zugleich kreisübergreifend. So muss es sein“, lobte Landrätin Bettina Paetsch das gelungene Projekt. Und die Rechliner können sich über stabile Energiekosten für ihre Wohnungen freuen.

Lokale Wochenzeitung für den Müritzkreis vom 29.04.2009

Zuletzt aktualisiert am Montag, 18. Mai 2009 um 09:26 Uhr
 

 

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